Elektromobilität

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Cali
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Re: Elektromobilität

Beitrag von Cali » 07.06.2016, 23:23

Danke für die info zur Schaltung.
Seit 2009 bin ich ein großer Fan von Nabenschaltungen geworden, habe aber nichts gegen normale Kettenschaltungen.
Gut zu hören, dass auch deutlich mehr als 1000km mit einer Kette rauszuholen sind.

Was ist mir ebenfalls noch überlege: www.add-e.de

Wäre für meinen Zweck eigentlich perfekt, aber ich muss es mal testen, sonst tue ich mich damit schwer
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Re: Elektromobilität

Beitrag von DragonSlayer » 08.06.2016, 07:48

Danke für die ausführliche Recherche. Gerade das Diagramm zum Metallverbrauch für die Energieerzeugung ist sehr interessant.
Wie du schon sagst wäre es schön zu wissen was dieses "Erneuerbare-Energien-Szenario" genau beinhaltet.
Ich glaube man darf hier nicht zu kurzfristig denken. Natürlich bringt solch ein Wandel immer einen Energie- und Ressourcenaufwand mit sich. Die Windräder und Elektroautos fallen nicht vom Himmel, aber langfristig, denken wir doch mal 50 oder 100 Jahre in die Zukunft, sollten wir doch sicherlich in der Lage sein in der Gesamtbilanz besser da zu stehen als wenn wir heute jegliche Fortschritte einfach fallen lassen und alles beim alten lassen.

Der Ansatz Autos ganz los zu werden ist leider unrealistisch, zumindest in absehbarer Zukunft. Komplett grün werden wir nie, solange die Menschheit existiert. Wenn wir Autos abschaffen finden wir eine neue Möglichkeit Ressourcen zu verschwenden und Gift in die Atmosphäre zu blasen. Deshalb ist es wichtig die Technologien, auf die wir aktuell noch nicht verzichten können (und/oder wollen) langfristig gesehen zumindest zu optimieren.

Der Rebound Effekt ist in manchen Industrien sicher deutlich zu spüren, aber in dem Diagramm fehlt mir noch eine Kurve.
Die Weltbevölkerung ist seit 1990 von 5,32 Milliarden auf 6,92 Milliarden in 2010 gewachsen (bei steigendem Durchschnittsalter). Die Nachfrage ist demnach generell einfach viel höher als früher und ich möchte behaupten, dass die Zunahme nicht allein durch die Verbilligung des Ressourcenverbrauches ausgelöst wird. Wäre es demnach generell falsch Effizienzen zu steigern?


Du bist mir in dem Thema offensichtlich um Meilen voraus. Ich habe mich damit nie wirklich tiefer beschäftigt aber ich lerne gerne dazu und finde die Diskussion sehr interessant. :)
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Re: Elektromobilität

Beitrag von Elk_Elch » 08.06.2016, 14:13

Noch bin ich nicht so fortschrittsfeindlich, dass ich jeden Fortschritt aufhalten oder gar rückgängig machen will ;)

Aber ich denke, dass bei dem Thema jede neue Technologie - mag sie sie auch noch so grün erscheinen auf den ersten Blick - kritisch auf den Prüfstand genommen werden muss.
Natürlich sollten wir schauen in der Zukunft effizienter und nachhaltiger zu wirtschaften als heute. Nur müssen wir uns die Frage stellen, ob uns z.B. Windräder wirklich dort hinbringen. Es ist nicht so, dass die Teile sich einmal aufgestellt ewig weiterdrehen. Das muss mit der Ausbeute in Relation gesetzt werden. Dazu kommen noch etwaige im Zuge des Klimawandels veränderte Wetterbedingungen und es wird richtig kompliziert.
Was hilft es, wenn wir in 50 Jahren keine Kriege mehr um's Öl führen, sondern um Bauxit und Gold oder die sonnigsten und windigsten Örtchen auf dem Planeten? Wenn wir soweit sind, können wir uns nur vor den Kopf schlagen.

Bei der Frage, ob man Autos komplett loswerden kann, geht mir auch die Phantasie ein wenig aus. Ich finde es schon nicht schlecht, dass ab und an mal der Postbote kommt und sich die Regale im Supermarkt füllen.
Aber unsere Vorstellungen von Individualverkehr?! Selbst wenn die Weltbevölkerung so bliebe, wie sie ist, wäre das absolut irre. Immer mehr Chinesen wollen inzwischen Auto fahren. Stell Dir mal vor, die wollten auf eine Motorisierung wie bei uns in Deutschland kommen. Das Szenario wäre apokalyptisch, selbst wenn China ein paar Ingenieure von BMW abwirbt.

DIe Zahl der Fahrzeuge pro Haushalt (und m.M.n. eigtl. auch deren absolute Zahl) muss sinken. Was die Technologie angeht, wäre meine utopische Hoffnung, dass aus der Vernetzung und den Konzepten von Carsharing und selbstfahrenden Autos irgendwann einmal eine Art öffentlicher Nahverkehr on demand (also Anrufsammeltaxi 3.0) erwächst, gesteuert von einer leistungsfähigen künstlichen Intelligenz, die die ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen möglichst schonend ausplant.
Daneben muss die Lebensdauer von Fahrzeugen wieder steigen, die Modularität und damit die Möglichkeiten zu reparieren und recyceln. Wenn Dir heute eine Glühbirne durchbrennt, baut die Werkstatt einen komplett neuen Scheinwerfer ein. Was soll das denn?

Die Frage, ob das (zahlenmäßig reduzierte) Auto der Zukunft (sei es intelligent und/oder recyclebar) nun mit Sprit, Akku, Solarzelle oder einem eigenen Kernreaktor (nach Franz Josef Strauß) durch die Gegend fährt, halte ich in dem Kontext für eine eher nebensächliche Frage.
Ich sehe darin wie gesagt eine Nebelkerzendebatte.

Die vielen Nebelkerzen ärgern mich. Mich ärgert daneben auch, dass uns stets alles auf der Welt entweder als grün oder als nicht-grün verkauft wird.
Wenn es zum Beispiel nach mir ginge, würde ich gerne etwas mehr Kernkraft (mit all den Nachteilen, die sich nicht wegdiskutieren lassen) im Strommix haben, um nur die fossile Energieerzeugung schneller zurückzudrängen als das bisher der Fall ist. Hier sehe ich schlicht ein größeres CO2-Sparpotential als beim Benzin. Wahrscheinlich würde ich bei dem Thema lustigerweise ähnlich argumentieren wie Du hier mit den Elektroautos.
Auch wäre ich persönlich prinzipiell kein Gegner von Gentechnik in der Landwirtschaft (mit all den damit verbundenen Gefahren).
Aber das sind Dinge, die nicht zu der "grünen Leitkultur" passen, die sich bei uns entwickelt hat. Meiner Ansicht nach stellt diese häufig die falschen Fragen oder lässt wichtige Debatten gar nicht zu. Grün bekomme ich immer nur in einem ideologischen Gesamtpaket, von dem mir ein guter Teil überhaupt nicht in den Kram passt.
So beziehe ich notgedrungen Ökostrom und bin unzufrieden damit oder wähle Grün und bin unzufrieden damit. Wenn ich mich im Supermarkt zwischen einer Gurke und einer Biogurke entscheiden muss, nehme ich nach Möglichkeit die nicht eingeschweißte, was lustigerweise meistens die konventionelle ist.
:tränen:




@e-Cali:

Ich weiß halt nicht, was nach 1000km hätte passieren sollen? Hätte mir da die Kette um die Ohren fliegen müssen? Nachdem ich gesehen habe, wie unterschiedlich die Händler sich dazu äußern, bin ich zu dem Schluß gekommen, dass das auch nur ziemliche Quatscher sind.
:blabla:
Kritisch ist wirklich nur, dass eine durchgenudelte Kette die Zahnräder stärker angreift. Zumindest habe ich inzwischen gelernt, zum Schmieren WD-40 o.ä. zu benutzen, um den Schaden geringer zu halten.
Zu meinem Verschleiß muss ich aber auch sagen, dass ich ausnahmslos bei jedem Wetter fahre und nicht wie angeraten nach jedem Regenguß die Zeit habe alles sauberzumachen.

Bei dem add-e wäre ich eher skeptisch. Die werben damit, dass E-Bikes so viel schwerer sind als normale Fahrräder. Aber warum ist das so? Ich habe schon von Umbauten gelesen, bei denen es den Leuten aufgrund der größeren wirkenden Kräfte den Rahmen zerrissen hat. Manchmal kommt mir mein Rad schon ein bisschen vor wie ein Panzer. Dafür frisst es Bodenwellen und übersteht Stürze bisher tadellos.
Daneben wäre ich mir nicht sicher, ob das Prinzip "Rolle an Reifen" wirklich eine störungsfreie Kraftübertragung gewährleistet. Letzte Woche hatten wir hier im Kreis Katastrophenalarm aufgrund der Niederschlagsmengen. Es gibt ein paar Stellen auf meiner Strecke, da habe ich es mit fett Schlamm auf dem Radweg zu tun, wenn ich Pech habe.

Die Möglichkeit zu testen wäre in Hinblick auf Fahrgefühl und -stabilität sicherlich interessant.

Aber ein Akku, der als Trinkflasche getarnt ist? Wie heuchlerisch ist das denn? :Ekel:
Mir wär das total peinlich, wenn das jemandem trotzdem auffällt. Da spiele ich lieber mit offenen Karten.
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Re: Elektromobilität

Beitrag von DragonSlayer » 08.06.2016, 14:40

Tja, was soll ich da noch groß hinzufügen? Ich habe den Text gelesen und bei jedem Absatz unbewusst genickt.
Bei deiner Zukunftsvorstellung zum individuellen Nahverkehr kam mir direkt i-Robot in den Sinn. Sowas könnte ich mir gut vorstellen. :D
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Re: Elektromobilität

Beitrag von Elk_Elch » 08.06.2016, 18:18

Worum ging es in dem Film denn?

Was Kino angeht, bin ich nicht so auf der Höhe.
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Re: Elektromobilität

Beitrag von DragonSlayer » 08.06.2016, 18:32

Ah, mir fällt gerade auf ich meinte Minority Report!
https://youtu.be/Vrxyr1CjiSM

iRobot ist der AI Film mit Will Smith. Schon etwas älter, aber war damals ziemlich groß.
http://m.imdb.com/title/tt0343818/
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Re: Elektromobilität

Beitrag von Elk_Elch » 08.06.2016, 19:17

Naja... Bis unser Verkehr so aussieht wie in dem Clip kann noch ein wenig Zeit ins Land gehen.

Was mir aber auffällt: Die Szene spielt in einer Großstadt. Braucht es dort denn solch einen Aufwand, um mobil zu sein? Man kommt doch mit U-Bahn oder Tram bereits heute gut herum.
Konkret ist das Problem im ländlichen Raum und in den großen Einzugsgebieten der Metropolregionen.

Mit Xanten habe ich großes Glück. Das ist hier trotz Kleinstadt ein gutes Pflaster für mein autofreies Leben. Die Auswahl an nahe gelegenen Geschäften und Supermärkten ist ideal. Sogar Baumärkte habe ich zwei verschiedene.
Ich bin ganz bewusst nicht näher an meine Arbeitsstelle hingezogen (14km). In den Dörfern und Käffern dort hinter'm Wald könnte ich kaum eigenständig überleben.
In einer größeren Stadt hätte ich allerdings wahrscheinlich ähnliche Probleme. Das sehe ich, wenn ich ab und an in Wesel auf der anderen Seite des Rheins bin. Bestimmte Geschäfte wie z.B. Baumärkte sind dort in irgendwelchen Gewerbeparks noch außerhalb des eigentlichen Stadtrands. Ich weiß nicht, wann diese Einkaufsoasen irgendwo im nirgendwo in Mode gekommen sind. In Italien oder Frankreich ist das teilweise noch schlimmer (Carrefour ist sowas wie real in groß). Aber genau das ist der Zuschnitt auf die motorisierte Lebensweise, der es vielen Menschen schwer macht, sich vom Auto zu trennen.
Das ist alles nur eine Frage von Strukturen. Viele Städte erkennen das glücklicherweise seit einiger Zeit und probieren sich an Konzepten, die Kraftfahrzeuge zurückzudrängen. Der Weg ist oft schwer.
Gäbe es für jemanden wie mich vernünftige Jobs hier in der Stadt; das Leben zu Fuß könnte wirklich einfach sein.


Ich glaube, den iRobot habe ich sogar gesehen. Gab es nicht auch einen Film, der AI hieß?
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Re: Elektromobilität

Beitrag von DragonSlayer » 08.06.2016, 19:21

Jepp, A.I. - Künstliche Intelligenz hieß der andere Film.
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Re: Elektromobilität

Beitrag von Cali » 08.06.2016, 21:03

Ich weiß nicht, ob der Flaschenakku zur Tarnung gedacht ist oder einfach, weil praktisch jeder Rahmen Bohrungen für Trinkflaschen hat.

Die Idee dahinter ist die, dass ich nur für die ca. 8min extremer Steigung die Unterstützung nutze und dann wieder frei fahre.

Ich fahre das teure Rad und ein günstigeres einfach mal Probe und schaue, ob ich add-e auch mal testen kann.

Zur WD40 Silikonöl Schmierung: Soll auch gehen, aber dann muss man es immer verwenden und häufig sprayen.
Ich bin eher der Ballistol/Weißöl Verwender.

Wenn ich mal wieder am PC sitze, äußere ich mich ausführlicher zu deinen sehr interessanten Texten
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Re: Elektromobilität

Beitrag von Cali » 09.06.2016, 18:38

Komme gerade von der Probefahrt :
Das Pedelec mit der Nabenschaltung und Zahnriemen ist am Berg zu zahm, der Vorteil gegenüber konventionellen Fahren war mir zu schwach und ich musste mich dennoch deutlich anstrengen und war verschwitzt.

Bin dann noch ein Rad mit dem stärkeren Performance CX Mittelmotor gefahren, das macht am Berg deutlich mehr Spaß, hat mich aber nicht so sehr überzeugt wie erwartet.

Auf geraden Strecken ist man sehr langsam bzw. das Gewicht und die Schwerfälligkeit des Rads behindern eher, sobald man über 25 km/h fährt, was nicht gerade schnell ist.

Ich muss mir jetzt noch mal eins für 24h leihen und mal real zur Arbeit radeln, dann weiß ich mehr
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